Insektendiorama_Eichelhaeher_Detail

Fenster zur Natur

von Silke Knippert und Angelika Haufe

Ein Eichelhäher und Aaskäfer sind hier zu sehen. Das Diorama ist Teil einer ganzen Reihe von Miniaturlandschaften, die früher in den Ausstellungen des Museums gezeigt wurden. Vor einigen Jahren übernahmen wir, die Mitarbeiterinnen an der Museumskasse, gemeinsam eine Patenschaft für dieses Objekt und helfen so, seine Erhaltung zu finanzieren. Dieses Diorama gefällt uns besonders gut, da es den Kreislauf des Lebens, das Entstehen und Vergehen zeigt.

Aber auch die anderen Dioramen liegen uns am Herzen, begleiten sie uns doch schon seit unserer Kindheit. Ich wohnte früher zum Beispiel hier um die Ecke, besuchte das Naturkundemuseum fast jeden Sonntag. Dafür bekam ich zwei Mark in die Hand gedrückt, wovon ich damals die Straßenbahnfahrkarte, den Eintritt und sogar noch ein Eis bezahlen konnte. Diese Zeiten sind leider vorbei – und auch die schön gestalteten Dioramen sind nicht mehr Bestandteil der Ausstellungen. Deren Anschaulichkeit, das Verharren der Tiere in einer natürlichen Position, die Einzelheiten und Details, die in den Szenen sichtbar wurden, vermissen nicht nur meine Kolleginnen und ich an der Kasse. Umso länger man schaute, desto mehr gab es zu entdecken. Hier – ein Schmetterling! Dort – ein Eichhörnchen! Und das Reh im Bild lief im Gegensatz zum dem im Wald nicht davon. Die Dioramen ließen die Illusion entstehen, wirklich in der jeweiligen Lebenswelt zu sein. Diese Art der Darstellung ist eine aussterbende Kunst, die unserer Meinung nach unbedingt erhalten bleiben sollte.

Einen Maulwurf kennen viele heute höchstens noch plattgefahren. In einer Zeit, in der Milchkühe lila sind, Kinder und Jugendliche mit Smartphone und Apps aufwachsen, in der sie Rehe, Wölfe, oder Hirsche noch nie gesehen haben und kaum wissen, woher das Frühstücksei kommt, sollte hier im Museum für Naturkunde die einheimische Tierwelt wieder mehr Beachtung finden. Denn: nur was wir kennen, können wir auch bewahren.

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